Evolution einer Geschichte: TMA 02 – Clustering

Clustering "Catastrophe"

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Während der Brainstorming-Session am vergangenen Sonntag hatte ich mit meiner Helferin gemeinsam einige Ideen für den Hintergrund der Geschichte entwickelt. Wir waren uns einig, dass es eine gute Idee sei dem Unternehmen, welches die Fernbedienung für die Sonne herstellt, eine Vergangenheit zu geben die von einer größeren Katastrophe überschattet ist. Hauptsächlich deswegen lassen sie sich auf das doch eher ungewöhnliche Experiment ein, denn sie müssen der Öffentlichkeit beweisen, dass die Fernbedienung unter allen Bedingungen absolut idiotensicher ist und somit keine Gefahr für die Menschheit darstellt.

Beim Schreiben am ersten Entwurf wurde mir klar, dass ich als Autor wissen muß welche Art von Katastrophe den Ruf eben jenes Unternehmens ruinierte. Der ursprüngliche Ideen-Auslöser war die BP-Öl-Katastrophe im Jahre 2010, aber so ungenau reicht es dann leider nicht. Selbst wenn von diesem Hintergrund später nichts in der Geschichte enthalten ist, der Autor sollte wissen, was vor sich ging.

Um meinen Schreibfluß nicht zu lange zu unterbrechen, habe ich eine Technik angewendet, die wir in den ersten Wochen des Moduls A215 kennenlernten: Clustering.

Darunter versteht man eine Art Mindmapping-Technik bei der ein Autor mit einem zentralen Begriff startet, jedes Wort notiert, dass ihm beim Clustern durch den Kopf schießt und danach Verbindungen zwischen den Begriffen herstellt. Es entsteht schnell eine Art Assoziationsbaum, bei dem einige Zweige nicht weiter verfolgt werden, aber einer möglicherweise den zündenden Gedanken liefert.

 

Clustering "Catastrophe"

Clustering „Catastrophe“

 

Wie ihr auf dem Bild seht, hüpften meine Gedanken vom zentralen Wort „Katastrophe“ quer durch alle möglichen Begriffe, die irgendwie zu Unternehmensskandalen gehören – oder gehören könnten. Bis ich schließlich bei versehentlich ausgelöstem Kontinentaldrift ankam, in dessen Folge ganz Australien versunken ist.

 

Was denkt ihr? Ist das eine brauchbare Idee oder etwas dick aufgetragen?

 

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Mela Eckenfels schreibt seit 1997 das Internet voll, Sach- und Fachtexte für Geld und Spaß und Fantasy, Science Fiction sowie historische Literatur aus Passion. Nebenbei studierte sie Geschichte und Creative Writing an der Open University und hat das Studium 2017 mit einem Titel abgeschlossen, für dessen Aussprechen sie immer erst mal Luft holen muss: BA (hons) Humanities with Creative Writing and History (Open).

mela.de/

One thought on “Evolution einer Geschichte: TMA 02 – Clustering

  • Reply Barbara 11. Januar 2014 at 20:59

    Clustering bringt immer was und wenn es die Erkenntnis ist, dass man vom falschen Zentrum aus gearbeitet hat.
    Übrigens: …versuchs mit „die Kontinentaldrift“ – Femininum, dann könnte es was werden:-)
    Die Geschichte mit dem versunkenen Kontinent ist allerdings seit Atlantis nicht ganz neu. Entweder du verwendest das bekannte Motiv bewusst und schaffst ein cleveres Derivat zum vorhandenen Sagenstoff rund um Atlantis oder du musst ein neues, davon unabhängiges Szenario entwickeln: Beschleunige die katatsrophal ausgelöste Kontinentaldrift doch und verlagere die „terra australis“ an den Südpol mit seinen etwas prekären Wetterphänomenen…: Kaiserpinguin meets Graues Riesenkänguru!
    LG
    Barbara

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